Tipp der Woche

Ein verstärktes Interesse in der modernen Wissensvermittlung gilt dem Klassiker des angloamerikanischen Modernismus Thomas Stearns Eliot und seinem Poem The Waste Land (1922). Hypertextuelle Aufbereitungen des Gedichts wie Richard A. Parkers 1997 entstandenes Projekt Exploring "The Waste Land" ermöglichen dem Leser eine neue Lernstrategie, das selbständige Erforschen eines Grundwerks der Avantgarde.

Die Website ist in zwei Teile gegliedert: Der eine ist als Standardseite konzipiert und enthält Benutzerhinweise für die Website, Linkverweise auf andere themenrelevante Seiten im Netz, eine Bibliographie und ein aufschlussreiches Essay zu Eliot`s Beziehung zu Jean Verdenal .

Der andere Teil ist eine in vier Frames angeordnete Präsentation des Gedichts, die hypertextuell mit Notizen, Definitionen, Übersetzungen nicht-englischsprachiger Textstellen, Verweisen, Kommentaren des Autors und Parkers und mit anregenden Fragestellungen angereichert ist.

The Waste Land ist zugleich Höhepunkt und Abschluss von Eliots lyrischem Frühwerk. In diesem Gedicht vereint er die Themen, Motive und Techniken, mit denen er bisher nur vereinzelt experimentiert hat. Speziell die Kunstgriffe der Montage-, Symbolisierungs-, und Allusionstechnik und zahlreiche intertextuelle Anspielungen finden in der digitalisierten Version ihre adäquate Umsetzung.

Zentrales Thema des Gedichts ist die kritische Darstellung des sinnentleerten und orientierungslosen Lebens in der modernen Großstadt. Um die Intention des Autors besser zu verstehen, empfiehlt es sich, auch seine kritischen Schriften zu beachten. Diese stellt Parker auszugsweise in einem separaten Frame neben den Originaltext zur Verfügung, was dem Leser eine umfassende Rezeption ermöglicht.

Die fragmentarische Zusammensetzung des Gedichts aus mehreren Einzelteilen spiegelt die heterogene, disharmonische Geisteshaltung und Moralität der Nachkriegszeit wieder. Mittels Hyperlinks schafft Parker Querverbindungen und verweist so auf den direkten Bezug der einzelnen Verse aufeinander.

Eine weitere netzbasierte Darstellung ist die von Michael Green. Neben der Präsentation des gesamten Textes von The Waste Land, welcher ebenso mit Anmerkungen, Übersetzungen und Querverbindungen versehen ist, unterstreicht Green insbesondere die Intertextualität des Gedichts und verknüpft Passagen des Textes mit anderen Texten im Web.

Abschliesend sei auf Greg Fosters Projekt The Online Concordance to T. S. Eliot`s Collected Poems verwiesen. Diese erlaubt die zielgenaue Suche nach bestimmten Wörtern oder Phrasen im lyrischen Werk von T.S. Eliot.

Die Anregung zu diesem Tip gab Danica Krunic. Wollen Sie dazu Stellung nehmen oder einen eigenen Tipp geben? Dann schicken Sie uns eine E-Mail.


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