Studium interdisziplinär

Das WWW macht den Blick über den Tellerrand des eigenen Faches, in die globale Welt des Wissens leichter als je zuvor. IASL online stellt einige weiterführende Seiten zusammen. Sie werden fortlaufend ergänzt.

Wissensportale, Nachschlagewerke, Wörterbücher | The Victorian Web | Alchemie | Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft | Rhetorik | Sprachkritik | Literaturwissenschaft, Kognitionstheorie und Neurowissenschaft | Medienwissenschaft | Geschichte | Bildungs- und Erziehungsgeschichte | Rechtsgeschichte | Philosophie | Soziologie | Theologie | Zeichentheorie




Wissensportale,
Nachschlagewerke, Wörterbücher

Suchen Sie nach einem Einstieg in die Welt des Wissens? Zu einem Wissensportal ist das berühmteste Lexikon, die Encyclopaedia Britannica, ausgebaut worden. Ebenfalls höchst umfangreich und informativ ist die Stanford Encyclopedia of Philosophy, die viele Einträge öffentlich zugänglich macht.

In Deutschland konkurrieren wissen.de, ein Portal von Bertelsmann, und xipolis.net, ein "Sortiment namhafter Lexika und Enzyklopädien zur Online-Recherche in kostenfreien und kostenpflichtigen Werken".

Eine umfangreiche Liste von Wörterbüchern und Nachschlagewerken bietet yourdictionary.com. Über Fachbegriffe rund um das Internet informiert das Internet-Wörterbuch vom Verlag Langenscheidt und der "Süddeutschen Zeitung". Einer privaten Initiative entstammt das Lexikon über Computer-Begriffe www.computer-woerterbuch.de, mit einer Seite zu Smilies / Emoticons.

Von großen historischen Nachschlagewerken sind das Universal-Lexikon von Zedler (1732-1754) und das Grammatisch-kritische Wörterbuch von Adelung (Ausgabe 1811) von der Bayerischen Staatsbibliothek ins Netz gestellt worden. Als ergänzendes Angebot verstehen sich die Zedleriana, die Informationen und Kommentare bereitstellen.


The Victorian Web

Ahnherr und Muster für Datenbanken einer Epoche ist The Victorian Web, in der man zu Wissensgebieten wie

nachschlagen kann. "The Victorian Web" geht auf George P. Landow zurück, der das Projekt seit 1985 betrieb (Who Created the Victorian Web?).


Alchemie

Bestens auf dem Netz organisiert sind die Interessenten an Alchemie. The alchemy web site and virtual library enthält "90 megabytes online of information on alchemy in all its facets. Divided into over 1300 sections and providing tens of thousands of pages of text, over 1700 images, over 200 complete alchemical texts, extensive bibliographical material ..." (Stand Juli 2000).

Das Netzwerk enthält deutschsprachige Vollexte: Johann Valentin Andreae Chymische Hochzeit: Christiani Rosencreutz oder Jakob Böhme Aurora oder Morgenröte im Aufgang.

Einer Wundertüte voll rätselhafter Bilder gleichen die Seite Alchemical symbolism, imagery and music sowie die Sammlungen von Titelblättern und Illustrationen, z.B. Titelpages to Robert Fludd's books oder The mystical heart diagrams of Paul Kaym ("Helleleuchtender Hertzens-Spiegel", 1680).

Eine Besonderheit ist Michael Maier Atalanta fugiens (1617): ein Emblembuch mit Musik. Während man die Embleme betrachtet und die Epigramme liest, hört man die zugehörige Musik!


Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft

Der Vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft dient die gleichnamige E-Zeitschrift Comparative Literature and Culture. In dem Beitrag >From Comparative Literature Today toward Comparative Cultural Studies umreißt der Initiator Steven Tötösy das Programm. Verbunden ist die Zeitschrift mit The CLCWeb LIBRARY of RESEARCH and INFORMATION in COMPARATIVE LITERATURE and CULTURE, mit Bibliographien, "Directory of Comparatists", vielen Links usw.

Eins reiches Angebot zur Bildungsgeschichte eröffnet the history of education and childhood, "international archive of links and source materials on the history of education & the history of childhood". Das deutsche – viel ärmere – Gegenstück ist HBO, Historische Bildungsforschung online.


Rhetorik

The Forest of Rhetoric - silva rhetoricae von Gideon Burton ist ein Nachschlagewerk "both on the small scale (definitions and examples of specific terms) and on the large scale (the purposes of rhetoric, the patterns into which it has fallen historically ...)".

Das RhetNet versteht sich als "an archive for Net conversations relating to rhetoric and writing", bietet Raum für gewohnte Publikationsformen und bietet "an opportunity to try out ideas for new forms of publishing". Die Seite inter*versity verdeutlicht ihre Intention mit einem Motto des Medienwissenschaftlers Ivan Illich:

The most radical alternative to school would be a network or service which gave each man the same opportunity to share his current concern with others motivated by the same concern.


Sprachkritik

Eine äußerst reichhaltige Seite zu allen Problembereichen der Sprachkritik unterhält die Mauthner-Gesellschaft. Verein der Sprachkritiker. Über die Gesamtübersicht klickt man sich weiter zu Mauthners "Beiträgen zu einer Kritik der Sprache", zu Anthologien zum Thema >Sprache und Denken<, >Geschichte der Sprachkritik<, >Wiener Kreis< >Allgemeine Semantik< u.v.m.


Literaturwissenschaft,
Kognitionstheorie und Neurowissenschaft

Ein Basislexikon Literaturwissenschaft wird von der Fachgruppe Literaturwissenschaft der Fakultät für Philologie an der Ruhr-Universität Bochum erarbeitet. Die einzelnen Einträge werden zum Teil von prominenten Literaturwissenschaftlern bearbeitet - leider sind im Augenblick jedoch noch viele Einträge zu vergeben.

Christian Kollerer stellt auf seiner Seite eine Systematische Bibliographie zur Analytischen Literaturwissenschaft zusammen, die einen "erschöpfenden Überblick über die Publikationen der Analytischen Literaturwissenschaft erlaubt. Das gilt auch für die Auswahl an grundlegenden und aktuellen Publikationen aus dem Bereich der analytischen Philosophie."

Über Forschungen im Schnittfeld von Literaturwissenschaft, Kognitionstheorie und Neurowissenschaft informiert die Seite Literature, Cognition & the Brain. Sie enthält

  • Annotated Bibliography on Literature, Cognition & the Brain und weitere Literaturlisten,
  • Abstracts angenommener, aber noch nicht erschienener Zeitschriftenaufsätze,
  • Nachrichten über Buch-, Aufsatzprojekte und Forschungsvorhaben,
  • Materialien zu Konferenzen und Tagungen,
  • Rezensionen sowie
  • Links zu verwandten Seiten.

Unter Mitwirkung eines Beirats wird Literature, Cognition & the Brain von zwei Professoren am Department of English im Boston College, Chestnut Hill, MA, herausgegeben.

Einem vergleichbaren Zweck dient das CogWeb. Cognitive Cultural Studies. "CogWeb is devoted to exploring the relevance of the study of human cognition to literary and cultural studies." Unterhalten wird das Angebot von Francis Steen, einem Studenten der Universität in Santa Barbara, Kalifornien. Unter dem Titel Cognitive Cultural Studies. Towards an Integrated Approach to Culture finden sich vielfältige Links.


Medienwissenschaft

Informationen und Forschungen zur Medienwissenschaft findet man auf dem vom SWR mit Partnern betriebenen Forum Medienrezeption.

Über die Schlüsselkonzepte von Marshall McLuhan orientiert eine Seite von Tim Guay A Brief Look at McLuhan's Theories. Kreativ umgesetzt werden die medientheoretischen Postulae auf der nonlinearen und sich stets verändernden Seite fUSION Anomaly. Besonders reichhaltig, mit vielen überraschenden Funden, ist The Alan Turing Home Page.

Wer sich für Design und Usability von Websites interessiert, für den ist useit.com, die Seite von Jakob Nielsen, dem Papst des Webdesigns, ein Muß. Hier kann man sich für "Jakob Nielsen's Alertbox" subskribieren, die aktuelle Ratschläge bringt und über Reports informiert.

Der Systemtheoretiker Siegfried J. Schmidt stellt die Transkription seiner Vorlesung über Medientheorie im Sommersemester 2000 online bereit.


Geschichte

Das historicum.net der LMU München baut ein umfassendes Netz von Portalen für Historiker auf. Für ausgewählte Länder gibt es das Italienportal und das Frankreichportal, das eine Seite zur Französischen Revolution enthält. Einen sachlichen Schwerpunkt setzt Krieg & Gesellschaft.

Als "Online-Journal für die Geschichtswissenschaften" verstehen sich die Zeitenblicke, die durch mehrere Rezensionsmagazine ergänzt werden: Perform zur Geschichte der Frühen Neuzeit, Kunstform zur Kunstgeschichte und Inform für die Landesgeschichte.

Der Dortmunder Linkkatalog zur Geschichtswissenschaft Geschichte im Internet – "der älteste geschichtswissenschaftliche Webkatalog im deutschsprachigen Raum – verzeichnet wissenschaftlich ausgewiesene Online-Ressourcen. Eine umfassende Linkliste Frühe Neuzeit Digital unterhält die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel.

Aus privater Initiative ist documentArchiv.de hervorgegangen, eine Dokumenten- und Quellensammlung zur deutschen Geschichte von 1800 bis heute (652 Dokumente im August 2002). Wenn Sie den "Reichsdeputations-Hauptschluß" von 1803 oder die Kapitulationsurkunde der Deutschen Wehrmacht vom 8. Mai 1945 nachlesen wollen ...

Der Server für digitale historische Karten ieg-maps des "Instituts für Europäische Geschichte - Mainz" stellt "digitale Grundkarten zur deutschen Geschichte seit 1812" bereit, " und zwar zu den Themenbereichen Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Verkehr".

Wie eine multimediale und interaktive Geschichtsseite aussehen kann, zeigt die Website zum 17. Juni 1953, die aus Anlass des 50. Jahrestages des Volksaufstandes in der DDR von der Bundeszentrale für politische Bildung, dem DeutschlandRadio und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam, erstellt wurde.

Auch heikle und kontroverse Themen greift das eForum zeitGeschichte auf, "Österreichs erstes und einziges E-Journal für Zeitgeschichte". Ein "politisches Bildungsangebot" zu aktuellen Themen wie dem "Dialog der Kulturen" unterhält die OnlineAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung.


Bildungs- und Erziehungsgeschichte

Die Seite the history of education and childhood (Universität Nijmegen) – vielfach besprochen und ausgezeichnet – ist eine reichhaltige, systematisch angelegte und gut kommentierte Linksammlung: "We include both basic information for a general public, and more specific information for researchers and professionals. We want to provide this without discriminating as to any particular point of view, language, nation, religion, period, or background."

Schauen Sie herein unter parenthood & family, women's education, school, nach Ländern, und darin auch für Deutschland, oder reading, writing.


Rechtsgeschichte

forum historiae iuris ist eine reine E-Zeitschrift für Rechtsgeschichte, die von der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin betrieben wird. Die Redaktionsphilosophie knüpft an die Ideale des WWW an, und das heißt: allgemeiner kostenfreier Zugang. Thematisch ist das "forum historiae iuris" sehr breit angelegt, es finden sich auch Aufsätze, die den Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaftler interessieren.

Zur Rechtssemiotik s. unter Zeichentheorie.


Philosophie

Nachdem der "Deutsche Philosophie-Knoten" und "PhilNet" ihre Tätigkeit eingestellt haben, sind Dieter Köhlers Philosophie-Seiten ohne Konkurrenz. Hier finden sich "mehr als tausend Verweise auf philosophische Datenquellen in aller Welt", gegliedert und oft kurz kommentiert. Viele zum Teil sehr hochkarätige Beiträge bietet sic et non, online forum for philosophy and culture, herausgegeben von Florian Ehrensperger.

Schlägt man in den "Philosophie-Seiten" das Register der Philosophinnen und Philosophen auf, sieht man schnell, wie weit uns die Amerikaner voraus sind. Dort stellt z.B. das Internet Classics Archive zahlreiche englische Übersetzungen von Aristoteles zur Verfügung. Die "American Society for Aesthetics" betreibt als offizielle Website Aesthetics on-line, mit Artikeln, Bibliographien, Mailing-Liste usw. Deutsche Institutionen und Verbände halten sich zurück.

Immerhin sticht unter den deutschen Angeboten Bilder, Benjamine Labyrinthe hervor. Ein variabel verlinkter, kreativer Hypertext.

Siehe auch Sprachkritik.


Soziologie

In der Soziologie sind die Schriften des Kulturphilosophen und Soziologen Georg Simmel umsonst auf dem Netz Georg Simmel Online. Sowohl die großen Monographien wie die Philosophie des Geldes (1900) als auch die wirkungsmächtigen kleineren Beiträge – so zum Beispiel Die Grosstädte und das Geistesleben (1903). Alle Texte nach den Originalausgaben. "Georg Simmel Online" verdankt sich der Initiative des Soziologischen Instituts der Universität Zürich. Mit Hilfe einer Suchmaschine kann man sich Begriffe und Themen aus den gesammelten Texten heraussuchen.


Theologie

"Internet Resources for the Study and Teaching of Theology" offeriert die vorzügliche Seite Computer-Assisted Theology. Hier findet man das griechische Neue Testament in der Ursprache ebenso wie Celluloid Jesus, die Verfilmungen. Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers in der revidierten Fassung von 1984 ist online verfügbar, zum Lesen wie zur Stellensuche.


Zeichentheorie

Eine gründliche Einführung in die Zeichentheorie bietet Daniel Chandler: Semiotics for Beginners. Eine Erklärung der wichtigsten Begriffe findet man im Principia Cybernetica Web: Semiotic Terms. Martin Ryder von der University of Colorado at Denver unterhält eine Linkliste Semiotics, in der auch viele Klassiker mit Texten vertreten sind. Ein Schmankerl für Kenner: 76 Definitions of The Sign by C.S. Peirce von Robert Marty, mit einem Anhang "12 Further Definitions or Equivalents" von Alfred Lang. Auf der Homepage von Robert Marty, Université de Perpignan, finden sich Anwendungen der Pierce'schen Semiotik.

Die Homepage des Arbeitskreises für Abduktionsforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main stellt eine große Anzahl wissenschaftlicher Beiträge zur (Peirce'schen) Abduktionsforschung bereit.

Thomas-M. Seibert, Richter und Professor für Rechtstheorie, verantwortet eine Site zur Rechtssemiotik. Sie enthält Seiten von allgemeinem, theoretischem Interesse, wie z.B. über Diskurs, Dekonstruktion des Rechts oder Zeichenkonstitution.



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